Verschiedene Arten von 10ern: Die Rollen moderner offensiver Mittelfeldspieler erklärt

Verschiedene Arten von 10ern: Die Rollen moderner offensiver Mittelfeldspieler erklärt

Wie sich das Spiel auf der Zehn verändert hat – und welche Profile heute im modernen Fußball dominieren

Der klassische „Zehner“ war über Jahrzehnte das Gesicht des kreativen Fußballs. Spielmacher wie Özil, Zidane oder Kaká prägten eine Position, die frei zwischen den Linien agierte, das Tempo bestimmte und den entscheidenden Pass spielte. Doch der moderne Fußball hat sich verändert – und damit auch die Rolle des offensiven Mittelfeldspielers.

Heute gibt es nicht mehr den einen Zehner, sondern verschiedene Profile, die je nach System, Trainerphilosophie und Spielstil unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
In diesem Artikel stellen wir drei der wichtigsten Spielertypen vor:

  • Der klassische Zehner

  • Der Halbraumspieler (Mezzala)

  • Der breit agierende offensive Mittelfeldspieler

Alle drei Profile erfüllen zentrale Funktionen im Angriffsspiel – jedoch auf ganz unterschiedliche Weise.


1️⃣ Der klassische Zehner – das kreative Herz des Spiels

Rolle: zwischen den Linien, im zentralen Bereich
Stärken: Kreativität, Übersicht, letzte Pässe, Spielrhythmus
Typische Spieler: Özil, James Rodríguez, David Silva (frühe Jahre)

Der klassische Zehner ist der Inbegriff des kreativen Fußballers. Er bewegt sich zentral hinter der Sturmspitze, bespielt die Zwischenräume zwischen gegnerischer Abwehr und Mittelfeld und hat die Aufgabe, den finalen Pass zu spielen.

Er ist weniger Laufmaschine als vielmehr Denker und Lenker – immer auf der Suche nach der perfekten Lösung:

  • Schnittstellenpässe

  • Öffnende Verlagerungen

  • Dribblings ins Zentrum

  • Spielerische Überzahlsituationen

Warum diese Rolle seltener geworden ist

Durch intensiveres Pressing und engere Abstände im modernen Fußball hat der klassische Zehner weniger freie Räume. Deshalb ersetzen viele Trainer ihn heute durch zwei Achter oder dynamische Halbraumspieler.
Trotzdem bleibt der klassische Zehner ein wertvoller Spielertyp, besonders wenn Teams dominant auftreten oder bewusst zentrale Überzahl schaffen wollen.


2️⃣ Der Halbraumspieler – der moderne Alleskönner im Zwischenraum

Rolle: im rechten oder linken Halbraum, oft als offensiver Achter
Stärken: Räume finden, Tiefenläufe, Kombination, Flexibilität
Typische Spieler: Kevin De Bruyne, İlkay Gündoğan, Dani Olmo

Der Halbraumspieler – oft auch Mezzala genannt – ist im modernen Fußball extrem gefragt. Anders als der klassische Zehner operiert er nicht zentral, sondern im Halbraum, also in der Zone zwischen Zentrum und Flügel.

Diese Position eröffnet taktische Vorteile:

  • bessere Passwinkel

  • gefährliche Läufe zwischen Innen- und Außenverteidiger

  • Überladen des Flügels

  • flexible Verbindungen zwischen Außen- und Zentrumsspiel

Der Halbraumspieler ist oft dynamischer und strategischer als der klassische Zehner. Er kann:

  • in die Tiefe stoßen

  • selbst abschließen

  • mit einem Achter/Flügelspieler rotieren

  • das Pressing durch Gegenbewegungen auflösen

Warum diese Rolle heute so beliebt ist

Weil moderne Defensiven das Zentrum extrem verdichten, bieten Halbräume ideale Angriffswege. Topteams wie Manchester City, Leipzig oder Bayern nutzen Halbraumspieler konsequent, um kontrollierte, aber extrem gefährliche Angriffe aufzubauen.


3️⃣ Der breit agierende offensive Mittelfeldspieler – die hybride Rolle

Rolle: zwischen Flügel und Halbraum, oft eingerückt
Stärken: 1-gegen-1, Überladungen, flexible Positionierung
Typische Spieler: Bernardo Silva, İlkay Gündoğan (City), Thomas Müller (Interpretation)

Der breit agierende Zehner ist ein Hybrid aus Flügelspieler und klassischem Zehner.
Er startet oft breiter und bewegt sich erst im zweiten oder dritten Spielfluss nach innen.

Das macht ihn besonders wertvoll für Systeme wie:

  • 4-2-2-2,

  • 4-3-2-1 (Tannenbaum),

  • 3-4-2-1,
    wo die zentralen Offensivspieler nicht im Zentrum stehen, sondern im Außenzwischenraum.

Was macht diese Rolle stark?

  • er öffnet Breite, ohne ein klassischer Winger zu sein

  • er kann aus dem Halbraum gefährlich werden

  • er verbindet die Außenbahn mit dem Zentrum

  • er schafft Überzahlsituationen auf dem Flügel

  • er löst Pressingwellen durch Rückwärtspässe oder Drehungen

Der breit agierende Zehner ist ein taktischer Joker, der zwischen mehreren Positionen wechseln kann – ideal für Trainer, die flexible Angriffsmuster bevorzugen.

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